Mehr Fairness ist allen wichtig
Podiumsdiskussion zum Fairen Handel und Fairer Beschaffung
Bund, Länder und Kommunen sind eine gewaltige Nachfragemacht, denn etwa jeder sechste Euro wird durch die Öffentliche Hand ausgegeben. Damit bietet sich Bund, Ländern und Kommunen die Chance mit entsprechenden Kriterien bei der Beschaffung, deutliche Zeichen gegen Kinderarbeit und unfaire Arbeitsbedingungen zu setzen. Doch wie werden die Verantwortlichen in der Politik dieser Verantwortung gerecht?
Das wollten die etwa 45 Besucher der Podiumsdiskussion zum Fairen Handel und Fairer öffentlicher Beschaffung am 15. Februar von den VertreterInnen der Parteien zur Landtagswahl erfahren. Der Weltladen Esslingen und das evangelische und katholische Bildungswerk hatten in den Salemer Pfleghof eingeladen.
Den Fragen des Moderators Karl Albrecht Immel und des Publikums stellten sich Andrea Lindlohr (Die Grünen), Ina Wolpert (SPD), Michael Duran (FDP) und Heinrich Freer (Die Linke). Die CDU konnte keine Vertreter schicken.
Frau Wolpert berichtete, dass der Esslinger Gemeinderat im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit der Agendagruppe des Weltladens eine Dienstanweisung auf den Weg gebracht hat, die eine Faire Beschaffung stadtweit regelt. Mitarbeiter der Stadt wurden entsprechend geschult und Mitte des Jahres soll ein Erfahrungsbericht vorgestellt werden. Michael Duran zeigte sich durchaus offen für den Gedanken einer Fairen öffentlichen Beschaffung auch wenn seine Partei eher Schwierigkeiten mit Eingriffen in den Freien Markt hätte. Für die Grünen sind ökosoziale Kriterien bei der Beschaffung schon lange Thema auch in Anfragen im Landtag. Dabei zeigte sich Andrea Lindlohr ziemlich verärgert über die Reaktionen des Wirtschaftsministeriums, das offensichtlich keine Notwendigkeit sehe gegen Kinderarbeit vorzugehen. Für Heinrich Freer von den Linken ist die Bildung der wichtigste Ansatzpunkt und er will sich dafür einsetzen das Globales Lernen in die Bildungspläne kommt.
Damit Faire Beschaffung auch umgesetzt werden kann, sind viele Informationen wichtig. Damit diese auch in den Kommunen ankommen, waren sich alle DiskussionsteilnehmerInnen einig, dass es eine irgendwie geartete Servicestelle für Kommunen geben muss. Frau Lindlohr plädierte für ein EU-weites Label vergleichbar dem BIO-Label, das es den Verbrauchern einfacher macht Faire Produkte zu erkennen. Ina Wolpert forderte die Anwesenden auf, ständig nachzufragen und so die Fairen Beschaffung immer wieder zum Thema zu machen. Die beiden Frauen auf dem Podium überzeugten durch ihre Kompetenz versprachen sich weiterhin für den Fairen Handel auf Landes- und Kommunalebene einzusetzen. Auch Herr Duran und Herr Freer wollten das Thema Fairer Handel und Faire Öffentliche Beschaffung in Ihren Parteien weitertragen.
Die nächste Veranstaltung zum Thema gibt es im Rahmen der Frauenwochen unter dem Motto „Wir wollen Euch an die Wäsche“ geht es am 10. März im Blarer Gemeindehaus um Faire Mode.




