Mehr Erlös für Fairtrade-Kakaobauern
Seit 1. Januar 2011 sind neue Standarts in Kraft
Seit dem 1.1.2011 traten neue Fairtrade-Standards für Kakaobohnen in Kraft. Die darin enthaltenen neu definierten Mindestpreise ermöglichen es, dass mehr Bauern und Bäuerinnen ihre Kakao-Produkte über den Fairen Handel verkaufen und dadurch ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern können. Produzentenkooperativen, die halbverarbeitete Kakaoprodukte – wie Kakaopulver, -butter und flüssigen Kakao herstellen, können durch die Neuerung einfacher am Fairtrade-System teilhaben.
Auch Fairtrade-Prämie wird erhöht
Neben dem Mindestpreis wurde auch die Fairtrade-Prämie für Kakao erhöht. Durch die höhere Prämie können die Familien noch mehr in ihre Gemeinschaften, Infrastruktur und in die Qualität ihrer Produkte investieren.
Die Standards für Kakao wurden zuletzt 1997 verändert – eine Überarbeitung war nötig, um die gestiegenen Kosten einer nachhaltigen Produktion und die Inflation zu berücksichtigen. Die neuen Fairtrade-Mindestpreise sollen es Bauern und Bäuerinnen ermöglichen, auch in Zukunft vom Fairen Handel zu profitieren.
Für eine Tonne getrockneter, konventionell angebauter Kakaobohnen erhalten die Bäuerinnen und Bauern seit dem 1.1.2011 nun 2.000 US-Dollar statt wie zuvor 1.600 US-Dollar. Die zusätzlich gezahlte Fairtrade-Prämie für gemeinnützige Projekte steigt von 150 USD auf 200 USD/Tonne. Für Kakaobohnen aus biologischem Anbau beträgt der Mindestpreis 2.300 USD/Tonne.
Die Fairtrade-Mindestpreise stellen ein wichtiges Sicherheitsnetz für die Produzentengruppen dar. Gemeinsam mit anderen Kriterien des Fairen Handels wie Langfristigkeit der Handelsbeziehungen und Möglichkeiten der Vorfinanzierung verschafft der Mindestpreis den Produzentengruppen finanzielle Planungssicherheit und Stabilität, die für eine nachhaltige Entwicklung unumgänglich sind. Die Fairtrade-Prämie muss zudem in jedem Fall immer zusätzlich gezahlt werden und fließt in Gemeinschaftsprojekte der Produzentengruppen ein.
Fairtrade-Kakaoabsatz steigt weiter
2009 stieg der Absatz von Fairtrade-Kakao weltweit um 35 Prozent. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass große Schokoladenhersteller einzelne Produkte oder Produktgruppen komplett auf Fairtrade-Kakao umgestellt haben, wie zum Beispiel Cadbury und Nestlé in Großbritannien. Immer häufiger wird in Produkten wie Eiscreme, Keksen oder anderen Backwaren ebenfalls Fairtrade-Kakao verwendet.
Auch immer mehr deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher fragen nach fair gehandelten Kakao-Produkten: 2008 wurden im Vergleich zum Vorjahr 51 Prozent mehr Trinkschokolade und 10 Prozent mehr Schokoladenartikel abgesetzt. 2009 stieg der Absatz von Fairtrade-Schokolade und -Trinkschokolade in Deutschland erneut um weitere vier Prozent.
Dieses Wachstum bietet neue Chancen für viele Kakaobauernfamilien: In nur einem Jahr hat sich die Anzahl von Kleinbauern und -bäuerinnen im Fairtrade-System um ganze 50 Prozent gesteigert.




